Kirschen für den Sommer

Mit den ersten warmen Frühlingstagen kam die Erkenntnis, dass ich viiel zu wenig (selbst genähte) kurzärmelige Shirts im Schrank habe. Eines Sonntag Abends ist der kleine Mann überraschend schnell eingeschlafen und so hatte ich spontan Zeit im Nähzimmer zu verschwinden. Raus gekommen ist ein Lieblingsshirt im Lieblingsschnitt, DAS Kimono Tee – wie auch hier und hier und hier und hier in Szene gesetzt.

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Dieses Mal habe ich die obere Teilung mit einem Rest vom Hamburger Liebe Stoff mit blau-weißen Streifen von Stoff & Stil kombiniert. Am längsten habe ich hier an den Hals- und Ärmelbündchen gesessen.

Meiner Mutti hatte ich zum Geburtstag ein Raglan-Shirt genäht ( Burda Schnitt….). Leider wollte dieser überhaupt nicht sitzen ( den Schnitt hatte ich schon zu Weihnachten probiert und ich dachte, dort habe ich mich vertan, dass es so untragbar aussah. Nach dem zweiten Misserfolg glaube ich, es lag am Burda-Schnitt). Um ihr trotzdem etwas selbstgemachtes zu geben, habe ich aus Resten kurzerhand auch ein Kimono Tee gebastelt. Hinten im Rücken ist das Shirt aus zwei einzelnen Teilen zusammengenäht. Einen ganzen Rücken hat der Stoff nicht mehr hergegeben. Und ich finde bei den fröhlichen Farben kann der Sommer gar nicht anders als hierbleiben.

So, Sommer, kommst du zu uns? Mit mir ist auch gut Kirschen essen 🙂

Verlinkt zum MeMadeMittwoch und AWS

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Rockig in den Frühling

Da hat uns der Frühling in der letzten Woche endlich wieder einen Besuch abgestattet. Viel zu kurz um die Energiereserven wieder aufzutanken. Aber lang genug um endlich wieder Fotos für den Blog zu machen.

In den letzten Wochen standen meine Maschinen nicht still- auch wenn man das durch die mangelnden Blogeinträge denken könnte. Der Mai hat die Sonne gebracht und damit auch die Gartensaison. Die Beete wollen bestückt und das Unkraut entfernt werden. Da blieb irgendwie wenig Zeit zum fotografieren und/ oder bloggen.

Hier nun aber der erste Teil meiner Frühlingsgarderobe. Beide Röcke sind nach dem „Ratzfatz“ Schnittmuster von schneidermeisterin entstanden und waren in der Tat ratzfatz fertig. Bei beiden bin ich mit dem Reißverschluss (fast) zufrieden, Luft nach oben ist immer 🙂

Den Libellenstoff (100% Baumwolle) hatte ich mir beim letzten Stoffmarktbesuch im März beim Stand von Kiseki  gegönnt, das elastische Einfassband ist von Stoffe.de.

Den Jaquard kaufte ich bei Stoffe.de (leider nicht mehr verfügbar), der müsste 3% Elasthan enthalten. Er ist etwas strechtiger als die Libellen und am Saum habe ich ein einfaches schwarzen Schrägband verwendet.

Beides Modelle, die ich sehr gern mag und gerne trage. Beide Modelle wurden als Gr. 38 zugeschnitten, beim Jaquard Modell habe ich oben den Bund etwas gekürzt.

Verlinkt zu MMM und AWS.

 

Herausforderung gesucht!

Mein erstes herausforderndes Projekt in diesem Jahr. Ich kann euch sagen, das war mal ne andere Nummer. Also für mich. Schon lange hat mich die Jacke aus der Burda Easy h/w 15/16 angelacht. Und ich habe auch schon einige schöne Nähbeispiele auf verschiedenen Blogs gesehen. Lange habe ich nach dem passenden Material gesucht- bis dann endlich mein Karstadt 50% auf alle bereits reduzierte Winterstoffe hatte. Da musste ich zuschlagen.

Da ich quasi Monate der Vorbereitung hatte, ging der Mantel natürlich durch diverse Schleifen im Kopfkino. Statt des Reißverschlusses sollten er mit Knöpfen geschlossen werden, Taschen sollten dran und endlich, endlich wollte ich mich im Futternähen versuchen und ohne kryptische Nähanleitung von Burda arbeiten, sondern mit meinen Erfahrungen nähen und auf mich vertrauen.

Soweit der Plan.

Bewusst habe ich den Wollstoff nicht gewaschen, da ich fürchtete er verzieht sich zu sehr beim Waschen (grrrhhh).

Ich habe mir sehr viel Zeit gelassen beim Zuschnitt, alles gaaanz akkurat. Vorn die Knopfleiste auf beiden Seiten um je 4 cm verbreitert, weil wegen den Knöpfen. Die leichte Kurve im Ausschnitt elegant mit Hilfe eines Tellers verlängert. Den Futterstoff habe ich genauso zugeschnitten, hierbei habe ich auch die 1cm breite Kellerfalte für die Beweglichkeit im Rücken berücksichtigt. Zwischen Zuschnitt und Nähen vergingen zwei Wochen, schließlich braucht dieses Projekt entspannte Nerven.

Den Mantelstoff zu vernähen war ein Traum, die Maschine ratterte durch das butterweiche Material. Ebenso beim Futter, alles so wie es sein soll. Die Blenden habe ich gleich am Futter angenäht, so wie diverse YouTube Videos es mir zeigten. Die Säume habe ich komplett – alle- mit Hexenstich vernäht. Ich- mit der Hand- absolutes Neuland. Dann wieder Pause, die Freude genießen.

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Sorry, für die Bild Qualität. Das Foto habe ich mit dem Smartphone aufgenommen

Zwei weitere Wochen später wollte ich dann doch mal fertig werden, schließlich wird der Berg Stoffe und Projektideen nicht kleiner. Da begann der Abstieg 😉 Oben passten die Blenden plötzlich nicht mehr akkurat an den Außenstoff . Fehlersuche hin oder her- ach, vielleicht irgendwie doch falsch am Futter angenäht? Alles oben aufgemacht, Blenden neu zugeschnitten, zweiter Versuch. Ne, geht immer noch nicht. Und dann- das Teufelchen „Futtern kannste nicht, mach lieber alles auf“. Teufelchen hat gewonnen. Das ganze Futter liebevoll rausgetrennt, etwas um den schönen, langgehegten, perfekten Futterstoff getrauert. die Halsausschnittblende wollte zwar jetzt immer noch nicht 100% auf den Außenstoff passen, aber nu egal. FERTIG WERDEN! Schlecht…ganz schlechter Gedanke. Böses Teufelchen.

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Es verging doch noch eine weitere Woche. Der Projektabschluss bestand aus Knöpfe annähen, Knopflöcher nähen, ach jaaaaaaa- die Taschen müssen auch noch ran. Wo ist doch gleich die Markierung? Ach- machste pi x Daumen. Und der Kleiderhaken? Tze, ätsch, vergessen! Und der ganze Mantel? Irgendwie zu lang! Fazit: Beherzt wurden mit der Zwillingsnadel die Taschen aufgenäht, was sehr gut aussieht. Danach die ganze Jacke um 6cm (pi x Daumen) gekürzt, mit der Zwillingsnadel abgesteppt ( einen erneuten Hexenstich-Abend wollte ich mir ersparen), Zwillingsnadel nach dem letzten Stich abgebrochen (wo war meine Schutzbrille?)Knopflöcher markiert und Knöpfe zur besseren Vorstellung raufgelegt. Schön akkurat raufgelegt, dass ich sie nun am rechten statt am linken Vorteil aufgenäht habe. Die Taschen hingen ungleichhöhig – mit ohne Zwillingsnadel wollte ich nicht neu nähen- gibt’s also nur noch eine Tasche.

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Und was lerne ich daraus? Vorbereitung ist das A und O. Geduld ist eine Tugend, die ich wohl niee 100% erfüllen werde, das Futter hätte drin bleiben können, mit der Nähanleitung von Burda wäre ich schon früher verzweifelt gewesen -und- es gibt einen neuen Trend: Frauenmantel mit Männerknöpfung und eintaschig 🙂

Trotz allem – das Projekt hat großen Spaß gemacht, ich habe sehr viel dazu gelernt ( z.B. weiß ich jetzt, dass man Zwillingsnadeln mit verschiedenen Nadelabständen kaufen kann) und freue mich auf ein neues, herausforderndes (Burda) Projekt. Dann endlich mit wirklichem Futter!

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Nachtrag: Wegen des nicht vorgewaschenen Stoffes traue ich mich nun nicht den Mantel bei feuchter Wetterlage zu tragen- die Angst vorm verziehen ist zu groß. Da schüttelt selbst der Lieblingsmann nur noch mit dem Kopf.

Danke, dass du bis zum Ende gelesen hast!

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Verlinkt zu RUMS.